Praxistest mit einer Überraschungstüte
TGBler bringen Bewegungsspiele in die ZUE
Ein neues Netzwerk bahnt sich an – zwischen der Zentralen Unterbringungseinrichtung Borgentreich (ZUE) und dem Bildungsbereich „Bewegung“ des Theresia-Gerhardinger-Berufskollegs (TGB). Mit 15 Studierenden des Unterkurses fuhr Lehrerin Katja Rikus jetzt das erste Mal in die Turnhalle der ZUE. Die angehenden Erzieher*innen und Heilerziehungspfleger*innen hatten vier Autos voll mit verschiedenen Materialien gepackt, um Kinder und Jugendliche aus der Einrichtung 60 Minuten lang in Bewegung zu bringen. Die besondere Herausforderung bei der Planung der Bewegungsspiele und des Ablaufs: sich auf eine Überraschungstüte einzulassen.
Die TGB-Gruppe aus dem Vertiefungskurs „Bildungsbereich Bewegung“ und die Kinder und Jugendlichen aus der ZUE Borgentreich verbrachten eine für beide Seiten bereichernde „Bewegungsstunde“.
In diesem Fall hieß es für die Rikus-Studierenden, einen Plan zu entwickeln, ohne zu wissen, was genau sie erwartet: Wie viele Kinder werden in der Turnhalle sein? Wie viel Deutsch verstehen sie? Wie klappt es mit den Angeboten? „Einfach machen“ kristallisierte sich alsdann als Aha-Erlebnis heraus. „Man kann kaum besser und schneller in Kontakt kommen als über Bewegung“, sagt Katja Rikus. Spiele erklären sich nicht nur über Worte, sondern vor allem über das Tun. Zu Erklärungszwecken für das Aufwärmspiel „Feuer, Sturm und Eis“ warf sie sich – inklusive aller Studierenden – auf den Boden, sobald sie den Begriff „Sturm“ in den Raum geworfen hatte. „Die Kinder haben das ganz schnell verstanden“, so Katja Rikus. Und an den Stationen kamen die Studierenden ebenfalls mit ergänzender ausdrucksstarker Mimik und Gestik gut zurecht.
Bereicherung für beide Seiten
Die Studierenden hatten vier Bewegungsstationen unter anderem mit Pedalos, Bällen, Kleinmaterialen und Rückschlagspielen bestückt, um diverse motorische Fertig- und Fähigkeiten zu fördern. Eine Bereicherung nicht nur für die rund 25 Kinder, die zum Bewegungsangebot in die Turnhalle kamen. Auch für die TGB-Studierenden war dies eine gute Gelegenheit, ihr theoretisches Wissen aus dem Unterricht in der Praxis zu erproben. Erfolgreich. Denn die Kinder, mehrheitlich im Grundschulalter und ein paar Jugendliche, hatten ein enormes Bewegungsbedürfnis und hätten von sich aus so schnell kein Ende gefunden. Zudem ein schönes Erlebnis für die Erzieher- und HEP-Anwärter*innen, „Die Exkursion nach Borgentreich war eine runde Sache“, resümiert ihre Lehrerin Katja Rikus. Sie freut sich, dass sich ihre Studierenden auf die Überraschungstüte eingelassen und einen Erfahrungsschatz in puncto Flexibilität und Offenheit gewonnen haben.
Eine Wiederholung ist für beide Seiten vorstellbar. Für Martina Mlody vom Umfeldmanagement der Malteser Betreuung in Borgentreich ist das TGB auch künftig ein gern gesehener Gast. Erste Züge hatte die Idee für diese Kooperation mit dem Fokus auf Bewegung auf der Berufseinstiegsmesse Step 1 in Brakel angenommen, wo TGB-Lehrerin Katja Rikus und Martina Mlody miteinander ins Gespräch gekommen waren.